Presseartikel

Deltec plant große Erweiterung


Der Betrieb aus Furth investiert in einen Anbau. Der Umsatz ist zuletzt stark gestiegen, 50 Mitarbeiter wurden eingestellt.

Im Jahr 2003 hat die Deltec Automotive GmbH & Co. KG zum letzten Mal in einen Anbau auf dem Firmengelände in der Dr.-Georg-Schäfer-Straße investiert. Nach einer jeweils durchschnittlich 30-prozentigen Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr in den vergangenen beiden Jahren und der Einstellung weiterer 50 Mitarbeiter ist es demnächst wieder an der Zeit für räumliche Veränderungen: Noch heuer oder im kommenden Jahr investiert der Betrieb zwischen 1,5 und 2,8 Millionen Euro in neue Anbauten. Darüber informierten Geschäftsführer Harry Kuckelkorn sowie Rainer Müller, Leiter Marketing und Vertrieb, im Gespräch mit dem Bayerwald-Echo.

Kunden auf der ganzen Welt

Mehrere Aufträge im Millionen-Bereich hätten die Umsatzzahlen in den vergangenen Jahren stark steigen lassen. Nun seien – um die Produktions- und Lagerflächen zu vergrößern – ein Anbau nördlich und/ oder südlich der bestehenden Fertigungshalle und/ oder eine Veränderung des Hauptlagers geplant. Je nach Geschäftsentwicklung gebe es mehrere Alternativen. Ausreichend Flächen seien vorhanden und auch im Besitz des Unternehmens. Es gebe auch noch Optionen über die jetzt geplanten Anbauten hinaus.

Mit den neuen Gebäuden werden auch wieder Neueinstellungen verbunden sein, kündigte Kuckelkorn an. Derzeit hat die Deltec 223 Beschäftigte, darunter 14 Auszubildende, die alle in Furth im Wald tätig sind. Über die Öffnung eines Standortes im Osten werde im Rahmen eines Fünf-Jahres-Plans zwar 2018 noch einmal gesprochen, derzeit sei das aber kein Thema, sagten Kuckelkorn und Müller. Hochwertige Maschinen kosteten für Standorte in Billig-Lohn-Ländern genauso viel wie für die in Deutschland. Je einen Außendienstmitarbeiter hat die Deltec in Vertriebsbüros in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, vier Handelsvertreter sind deutschlandweit im Bereich Kundenakquirierung unterwegs.

Ihre Kunden hat die Firma Deltec auf der ganzen Welt, der Exportanteil liegt bei mehr als 50 Prozent. Es wird viel nach Nordamerika geliefert, aber auch nach Osteuropa in Länder wie Slowenien, die Slowakei, Rumänien und Tschechien. Dahingehend kommt dem Betrieb die Lage an der Grenze entgegen, sagten Kuckelkorn und Müller.

Hauptsächlich ist das Unternehmen in der Automobilelektronik tätig, stark wachsen würden aber auch die Bereiche Industrieelektronik sowie Medizin-, Sicherheits- und Lichttechnik. Produkte der Deltec seien in den Fahrzeugen fast aller deutschen Automobilhersteller verarbeitet. Viele Autos hätten etwa Komponenten für Scheinwerfer oder Innenbeleuchtung aus dem Betrieb in Furth im Wald.

Langfristig planen

Das Unternehmen lege großen Wert darauf, mit den neuesten Technologien zu arbeiten, betonten Kuckelkorn und Müller. In den vergangenen beiden Jahren etwa seien mehr als fünf Millionen Euro in die Anlagentechnik investiert worden und darin, auf dem neuesten technologischen Stand zu sein.

Das Erfolgsrezept besteht bei Deltec darin, langfristig und mit Struktur zu planen, wobei aber nichts in Stein gemeißelt ist, betont Geschäftsführer Kuckelkorn. Man habe einen sehr treuen Stamm an Bestandskunden, lege aber auch großen Wert darauf, ständig neue Kunden hinzuzugewinnen.

Geschäftsführer Harry Kuckelkorn (2. v. li.), Personalleiterin Heidi Koller (4. v. li.) und Produktionsleiter Stephan Daiminger (re.) ehrten kürzlich Mitarbeiter für langjährige Betriebszugehörigkeit: Angelika Stich, Abteilungsleiterin Handbestückung (30 Jahre), und Josef Wanninger, Lagerleitung (35 Jahre). Foto: Firma Deltec

 

Bayerwald Echo - Evi Paleczek (Jan. 2016)

Verantwortungsbewusstsein für den Kunden

„Unser Qualitätsdenken bestimmt nicht nur unsere Produkte und Prozessabläufe. Qualität beginnt für uns bereits beim ersten Kundenkontakt und spiegelt sich im Verantwortungsbewusstsein, Aufgaben zu übernehmen, und in der Entscheidungsfähigkeit wider.“ So erläuterte Markus Seidl, Leiter des Qualitätsmanagements, am 14. Juli 2016 den 20 Gästen aus dem Regionalkreis das Qualitätsverständnis der Deltec Automotive GmbH & Co. KG, Furth im Wald. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 250 Mitarbeiter und genießt bei seinen Kunden laut Seidl „hohes Ansehen als technologisch führender Elektronikdienstleister“. Seit 2013 leitet DGQ-Mitglied, -Trainer und -Delegierter Harry Kuckelkorn das Unternehmen als Geschäftsführer.

Deltec war es innerhalb der letzten Jahre gelungen, durch „hervorragende“ Qualität seine Kunden zu binden und neue hinzuzugewinnen, so Seidl, und gleichzeitig das Spektrum seiner Produktion weiter auszubauen. Auf diese Weise habe das Unternehmen ein kontinuierlich starkes Wachstum erreicht. Um den Kunden- und Marktanforderungen gerecht zu werden und die Produktion auf dem neuesten Stand der Technik zu halten, investiere man alljährlich gezielt. So wurden in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro in neueste Fertigungstechnologien investiert, wie etwa in 3D-Pastenkontrollsysteme und 3D AOI-Anlagen zur Überprüfung der Prozessqualität sowie in die neueste Vakuum-Reflow-Löttechnologie. „Zudem besitzen wir einige Eigenentwicklungen, die der Prozessabsicherung und -verbesserung dienen“, betonte der Qualitätsleiter. Dazu gehöre ein Prozessverriegelungssystem, das sämtliche Prüftore in der Fertigung überwacht und am Ende, vor dem Versand der Produkte an den Kunden, noch mal alle vorhandenen Ergebnisse prüft und bewertet. „Eine 100-prozentige Rückverfolgung aller hergestellten Produkte – bis auf Bauteilebene heruntergebrochen – ist somit problemlos und sicher möglich“, betonte Seidl.

Er stellte einige Produkte vor, die bei Deltec hergestellt und an Kunden in der ganzen Welt gesendet werden. Sie reichen vom kleinen elektronischen Sensor für den Automobil-Bereich über LED-Baugruppen für automobile Front- und Heckleuchten, Interieur-Leuchten, Industrie-LED-Leuchten, Multimedia Elektroniken und elektronische medizinische Geräte bis hin zu explosionsgeschützten Produkten, die teilweise unter extremen äußeren Bedingungen eingesetzt werden. Auch habe man für den VW-Audi-Konzern mehr als 40 Millionen Zündelektroniken hergestellt. Nicht ganz unwichtig, ließ Seidl hier wissen, dass diese ohne einen Ausfall im Feld produziert wurden.

Deltec Automotive wurde 1992 in Furth im Wald von Franz Dahlhoff gegründet. Seit dieser Zeit entwickelte sich das Unternehmen kontinuierlich zu einem High-End- Elektronikdienstleister. 1999 bezog man neue Räume und erweiterte die Produktionsfläche auf rund 6000 Quadratmeter. 2003 hat Deltec das Managementsystem nach ISO/TS 16949 zusätzlich zur ISO 9001 eingeführt und zertifizieren lassen. Auch den Umweltgedanken lebt man dort durchgängig: 2003 führte das Unternehmen auch ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 mit anschließender Zertifizierung ein. Darüber hinaus ist Deltec als Premiumlieferant für Panasonic im Bereich Multimedia-Elektronik ausgezeichnet.

Während des Rundgangs durch die Fertigung beantworteten Seidl und Produktionsleiter Thomas Fischer zahlreiche Fragen zu Prozessen und Technologien. RK-Leiter Hans-Joachim Pötzsch und sein Stellvertreter Bernhard Wild erhielten „ein äußerst positives Feedback der Teilnehmer“, das sie gern an das Unternehmen weitergaben.

Bernhard Wild, stellvertretender RK-Leiter, Produktionsleiter Thomas Fischer, Qualitätsleiter

Markus Seidl und RK-Leiter Hans-Joachim Pötzsch (v. l. n. r.) (© DGQ)